Therapie des Multiplen Myeloms

 

Ziel der Therapie
Eine stetige Verbesserung von Diagnose und Therapiemöglichkeiten des Multiplen Myeloms hat zu deutlich längeren Überlebenszeiten und einer Verbesserung der Lebensqualität der Patienten geführt.

Dennoch muss das Multiple Myelom immer noch als eine unheilbare Krankheit angesehen werden; von daher ist das Ziel der Therapie ein möglichst weitgehendes Zurückdrängen der Myelomzellen (möglichst komplette Remission) und ein möglichst langes ereignis- und progressionsfreies Überleben.

Wann muss mit einer Therapie begonnen werden?
Bei Patienten in einem frühen Stadium der Erkrankung muss nicht sofort mit einer Behandlung begonnen werden. Oft kann über einen Zeitraum von mehreren Jahren abgewartet werden. Notwendig ist jedoch eine regelmäßige Blutbildkontrolle zur Überwachung und Vermeidung möglicher Komplikationen.

Oftmals wird die Krankheit allerdings erst diagnostiziert, wenn bereits Organschädigungen wie Knochenläsionen oder Niereninsuffizienz vorliegen.
Der Zeitpunkt für den Therapiebeginn wird in der Regel anhand der CRAB-Kritierien definiert:

 

  • C steht für Calzium (erhöhter Kalziumspiegel im Blut > 2,65)
  • R steht für renal, die Niere betreffend  (erhöhter Kreatininwert > 2)
  • A steht für Anämie (niedriger Hämoglobinwert  < 10)
  • B steht für bone (englisch: Knochen, Vorliegen von Knochenläsionen oder Frakturen)

Wenn mindestens eines dieser Kriterien erfüllt ist, sollte mit einer Therapie begonnen werden.Außerdem können ein sehr rasanter Anstieg des Myelomproteins oder eine besonders stark gehäufte Infektanfälligkeit ebenfalls die Notwendigkeit eines Therapiebeginns anzeigen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Während früher eine Chemotherapie mit Melphalan – in Kombination mit einem Kortisonpräparat – die nahezu einzig wirksame Standardtherapie war, sind die Behandlungsmöglichkeiten heute deutlich erweitert.

Ein entscheidender Fortschritt in der Myelomtherapie wurde vor mehr als 20 Jahren mit der Einführung der autologen Stammzelltransplantation erzielt.

Nach einer Vortherapie (Induktionstherapie), um die Myelomzellen so weit wie möglich zurückzudrängen, werden die eigenen Stammzellen, nachdem ihr Wachstum angeregt wurde, aus dem peripheren Blut entnommen und nach einer Hochdosis-Chemotherapie dem Patienten wieder zugeführt.

Mit der autologen Stammzelltransplantation wurden sowohl die Remissionsphasen als auch die Überlebenszeiten verlängert.

In der Regel können Patienten bis zum 70. Lebensjahr von einer Stammzelltransplantation profitieren, vorausgesetzt eine ausreichende Stammzellgewinnung ist möglich, und es liegen ein guter Allgemeinzustand und keine relevanten Organschädigungen oder Infektionen vor.

Welcher Patient für eine Stammzelltransplantation in Frage kommt, muss im Einzelfall entschieden werden.

Aber auch für Patienten, die aufgrund ihres Alters und/oder ihrer Begleiterkrankungen nicht für eine Stammzelltransplantation geeignet sind, ist das Behandlungsspektrum durch neue Medikamente mit anderen Wirkmechanismen als die der traditionellen Chemotherapien deutlich erweitert worden.

Vom Einsatz Neuer Substanzen wie Thalidomid, Bortezomib (Velcade) und Lenalidomid (Revlimid) profitieren seit einiger Zeit alle Patienten. Inzwischen sind die neuen Medikamente nicht mehr nur einer Behandlung im Rezidiv vorbehalten, sondern haben auch Eingang in die Vortherapie zur Stammzelltransplantation gefunden, um deren Effektivität zu steigern.

Verbesserte Nachfolgepräparate und eine Vielzahl weiterer neuer Medikamente, wie z.B. Antikörper, werden zur Zeit in Studien getestet.

Individualisierung der Therapie
Der Fortschritt der Behandlungsmöglichkeiten bedeutet, dass die Therapien – ob mit oder ohne autologe Stammzelltransplantation – immer mehr auf den einzelnen Patienten zugeschnitten und seine spezifische Situation berücksichtigt werden können.

Nicht jeder Patient spricht auf jedes Medikament gleich gut an; nicht bei jedem Patienten treten die gleichen Nebenwirkungen auf. Hierbei und auch bei der Kombination verschiedener Wirkstoffe sind sowohl die Ärzte gefordert, wie auch die Patienten durch ihre aktive Mitarbeit. Verbesserung bei den supportiven Therapien (Antibiotika, Bisphosphonate) tragen ebenfalls zur Erhöhung der Lebensqualität bei; und auch die Strahlentherapie zur Bestrahlung bestimmter Körperteile bei schwerwiegenden Knochenzerstörungen und zur Schmerzlinderung ist weiterhin eine Behandlungsoption.

Darüber hinaus kommt für einige Patienten unter Umständen auch eine allogene Transplantation (Transplantation der Stammzellen eines Fremdspenders), mitunter in Kombination mit einer autologen Transplantation, in Frage.

Eine gute Informationsquelle sind zudem die von der PMM regelmäßig durchgeführten Seminare für Patienten und Angehörige.  Aber auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten in den lokalen Gruppen für Patienten- und Angehörige ist eine gute Möglichkeit viele nützliche Informationen zu erhalten.

 

 

 

 

Termine

01.09.2017

Gruppentreffen in Düsseldorf

  Nächster Termin ist Freitag, der 01.09.2017 von 15-17 Uhr Ort: Uniklinik Düsseldorf (Parkplatz...

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06.09.2017

Treffen der Gruppe Essen/Gelsenkirchen

Nächster Termin ist Mittwoch, der 06.09.2017 um 18.oo Uhr   Ort: St.-Josef-Hospital,...

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08.09.2017

Gruppentreffen in Köln

 Nächster Termin ist Freitag der 08.09.2017 von 14.00-16:00 Uhr. Ort: Klinik I für innere Medizin,...

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12.09.2017

Gruppentreffen in Wuppertal

Nächster Termin ist Dienstag der 12.09.2017. von 15 - 17 Uhr Ort: Geschäftsstelle der PMM-SHG...

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14.09.2017

Gruppentreffen in Aachen

Das nächste Treffen findet am Donnerstag, dem 14.09.2017 um 14.00 Uhr statt Ort: Uniklinik Aachen,...

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Tel +49 / (0) 20 58 - 89 53 27 8
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